Unsere Betriebsweise - Landimkerei Silbergrund

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Unsere Betriebsweise  
5 Imker, 10 Meinungen
Auf unserem Weg nach der richtigen Betriebsweise und einem naturgemäßen Umgang mit unseren Bienen lagen viele Lehrmeinungen von Imkerkollegen, unzählige Bücher, Seminare, Tipps in Foren und Videos. Ebenso sammelten wir Erfahrungen mit unseren Bienen, die von unschätzbarem Wert sind. Da jedes Bienenvolk individuell betrachtet werden muss, lernt man als Imker ein Leben lang dazu.
Bruder Adam…ein einzigartiger Mensch und Bienenexperte
Bruder Adam war ein herausragender Mann, der sich in seinem Kloster Buckfast der Züchtung einer eigenen Bienenrasse widmete. Diese Honigbiene sollte eine erbfeste Rasse werden, die resistent gegen Krankheiten und ebenso sanftmütig ist. Daraus entstand die Buckfastbiene, benannt nach seinem Kloster.
 
In seinen Büchern beschreibt Bruder Adam eine natürliche und schonende Art zu Imkern, um den Aufwand für den Imker und die Störungen der Bienen so giring als möglich zu halten. Dies begeisterte uns. So wie Bruder Adam wollen wir unsere Bienen halten. Aber wo liegen die Unterschiede zu anderen Betriebsweisen im Umgang mit den Bienen?
Der angepasste Brutraum
Bei der Auswahl der Bienenwohnungen haben wir uns für Großraumbeuten entschieden. Beute…so nennt man den bewohnten Bienenstock. Unten befindet sich ein Gitterboden mit Flugloch, darüber eine große Brutraumzarge. Das ist sozusagen die Wohnung der Bienen. Auf den eingehängten Rähmchen werden von den Arbeiterbienen Waben angelegt, in denen die Königin ihre Eier legt und schließlich auch hier die jungen Bienen nach 21 Tagen schlüpfen. Dieser Brutraum wird ganzjährig auf das Volumen von Brut und Bienen mit sogenannten Trennschieden angepasst. Darüber und getrennt durch ein Absperrgitter setzen wir zur Trachtzeit von April bis Juli die Honigraumzargen auf, vergleichbar mit dem Vorattskeller der Bienen. In die Honigwaben wird der Nektar eingetragen und von den Bienen zu Honig angereichert. Das Absperrgitter trennt den Brutraum bewusst vom Honigraum. Die Gitterabstände betragen 8mm, dadurch kommen nur die Arbeiterinnen nach oben und die Königin verbleibt im Brutraum. So gewährleisten wir, dass nur der Honig und keine Brut in die Honigschleuder gelangen.
 
Die Großraumbeuten haben einen entscheidenden Vorteil. Da wir in diesen Zargen genügend Platz haben und der Raum nicht mit Waben komplett gefüllt werden muss, werden beim Herausziehen der Waben auch keine Bienen gerollt oder gequetscht. Somit gewährleisten wir einen schonenden Umgang und unsere Bienen haben weniger Stress bei unseren Arbeiten am Bienenvolk.
Kernpunkte unserer Betriebsweise
Wir haben aus unseren theoretischen und praktischen Erfahrungen nun eine naturgemäße Betriebsweise entwickelt, die unseren Bienen ein gesundes und vitales Leben ermöglicht.
 
Grundsätzlich gelten für unsere Pflege und Haltung 3 wichtige Faustregeln:

 
1.     Gesundheit
 
2.     Winterstärke
 
3.     Frühjahresentwicklung

 
 
Die Gesundheit der Bienen ist die Basis jeder Imkerei. Wir haben es seit einigen Jahrzehnten und dem Import von asiatischen Bienenvölkern mit der Varoamilbe zu tun. Dieser Parasit hat sich in ganz Europa ausgebreitet und ist mit wenigen Ausnahmen des nördlichen Raumes Skandinaviens in allen Bienenvölkern vertreten.
 
Die Milbe vermehrt sich expotentiell und muss jährlich im Zeitraum von Juli-Dezember aus den Bienenvölkern dezimiert werden. Nun gehört es seit vielen Jahren in der Imkerschaft zur Tradition, die Bienen mit einer Langzeitverdunstung von Ameisensäure zu behandeln, um die Varroamilben im Bienenvolk zu töten. Für einen Großteil der Imker ist diese stark ätzende Säure das Mittel der Wahl. Aber wenn man bedenkt, welche Schutzvorkehrungen wie Schutzbrille, säurefeste Handschuhe, Atemschutz etc. notwendig und vorgeschrieben sind, so kann man sich vorstellen, wie schutzlos die Bienen diesen Dämpfen ausgesetzt sind. Diese Art von Behandlung halten wir für höchst problematisch. Wenn die Varroen davon sterben, weshalb sollte die Bienen nicht ebenfalls stark geschädigt werden?
 
Aber welche alternativen Behandlungsmethoden gegen die Milbe gibt es, die einen schonenden Umgang mit den Bienen einschließen?
 
 

Vom Schwarm lernen
Mit dem Schwärmen der Bienen werden durch die damit einhergehende Brutpause vitale Völker hinterlassen. Die Krankheitskeime werden in der Brut, den Futterwaben und im alten Wabenwerk zurückgelassen. Im Altvolk entsteht eine Brutpause von etwa 30 Tagen. Der Schwarm nimmt nur einen minimalen Teil der Milben mit. Dies bewirkt im Schwarm als auch im Restvolk eine Verjüngung der Bienen sowie einen Stopp des Ansteckungskreislaufes.

Gesucht wird also ein strukturierter Arbeitsablauf, in dem man die Mechanismen; Trennung von Bienen und Brut, Brutpause sowie Bau- und Völkererneuerung kontrolliert umsetzen kann, ohne einem Schwarm hinterlaufen zu müssen.

Die komlette Brutentnahme
Mit diesem Verfahren teilen wir in den Monaten Juni und Juli jedes unserer Bienenvölker. Wir trennen die Brutwaben von einem Großteil der Bienen, um das natürliche Schwarmverfahren zu simulieren und eine Brutpause zu erzwingen.
Innerhalb einer Woche werden dann mittels Fangwaben bis zu 95% aller Milben angelockt und eine Woche später aus dem Volk entfernt. Dieses Verfahren ermöglicht uns die Dezimierung der Milben in einem sehr kurzen Zeitraum, ohne dabei Brut oder Bienen zu schädigen.
Innerhalb von 3 Wochen sind alle Völker milbenfrei und können sich gesund und stark auf den Winter vorbereiten.
Auf frischem Wabenwerk, dass im Zuge unserer Brutentnahme nach dem Schlupf der letzten Bienen erneuert wird, haben die Bienen die Möglichkeit, milben- und keimfrei das Winterfutter anzulegen sowie Pollen für die Versorgung der ab August schlüpfenden Winterbienen einzutragen.
Das Frühjahr, die entscheidente Entwicklungzeit für starke Völker und volle Honigtöpfe.
Folgender Zusammenhang ist unumstritten. Die Vitalität und Volksstärke hängt unmittelbar mit der Honigleistung eines Volkes zusammen. Nur wenn die Bienen gesund und stark eingewintert werden, ist die Frühjahresentwicklung erfolgversprechend. Bis zur Frühtracht, die meist mit der Kirschblüte beginnt, gilt es also die Bienen in Ihrer Aufwärtsentwicklung zu fördern. Doch wie kann der Imker im Frühjahr Einfluss auf diese Prozesse nehmen?

Ferdinant Gerstung, ein bekannter deutscher Imker aus dem 19 Jahrhundert, hat damals schon eine entscheidende Entdeckung gemacht:

„Die Wärme ist das Lebenselement des Bien“.

Er bezeichnete das Bienenvolk als Bien und damit als einen Organismus. Er erkannte ebenso, dass die gehaltenen Temperaturen im Bienenvolk entscheident für die Entwicklung und Vermehrung sind. Aber wie ist es möglich, Bienen zu wärmen? In unserer Imkerei werden eigens angefertigte Thermoschiede verwendet, um die Bienen sinnbildlich einzuhüllen und Ihnen die Wärme vor allem in den Monaten Februar – Mai zu geben, die sie für die Pflege des Nachwuchses und dem Beheizen der Waben benötigen. Dadurch müssen weniger Bienen den Brutraum heizen und die Lebenszeit der Bienen verlängert sich. Als Folge dessen, vergrößert sich die Volksstärke in einem kürzeren Zeitraum und die Bienenvölker werden früher trachtstark.

Ein geschlossenes Konzept
Abschließend können wir sagen, dass jede unserer Maßnahmen unseren Bienen die nötige Förderung und Pflege schenkt, die sie brauchen.  Alle Prozesse greifen ineinander und sind auf den Jahresrhytmus unserer Bienen abgestimmt. Wir sind froh, dass wir ihnen dadurch ein gesundes und schönes Leben schenken dürfen und sehr dankbar, für jeden Löffel Honig, den sie uns mit Ihrem Fleiß zurückgeben.

Warum können wir in unserer Heimat so wertvollen und naturnahen Honig ernten? Erfahre hier mehr über unseren Silbergrund.
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